Stand der Dinge im Oktober 2022

Aktuelles aus Deutschland und der Welt

#WorldMentalHealthDay

Am 10. Oktober 2022 war der Welttag für psychische Gesundheit, hauptsächlich bekannt unter dem englischen Namen „World Mental Health Day“. Seit 1992 findet der Tag, der vom Weltverband für psychische Gesundheit (WFMH) zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen, jährlich statt. Das Ziel ist es, über psychische Krankheiten zu informieren, das Bewusstsein für psychische Gesundheitsprobleme weltweit zu schärfen und die psychische Gesundheit zu fördern. Anlässlich dieses Tages strahlte SWR2 Wissen die Radiosendung „Psychische Erkrankungen – Immer noch ein Stigma“ von Silvia Plahl, die ihr euch hier anhören könnt.

Auf der SWR-Seite steht zu lesen, dass „Studien zeigen: Von den jährlich rund 18 Millionen psychisch kranken Erwachsenen in Deutschland sucht etwa jede fünfte Person professionelle Hilfe auf.“ Und das RKI (Robert-Koch-Institut) erklärt, dass „psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung von Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und sozialer Teilhabe. Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit sind weit verbreitet und reichen von leichten Einschränkungen des seelischen Wohlbefindens bis zu schweren psychischen Störungen. Sie gehen mit erheblichen individuellen und gesellschaftlichen Folgen einher und beeinflussen die körperliche Gesundheit und das Gesundheitsverhalten.“ Das RKI hat einen Schwerpunktbericht zur „Psychische[n] Gesundheit in Deutschland – Teil 1: Erwachsene“ veröffentlicht, der Daten, Informationen und Studienergebnisse zur psychischen Gesundheit der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland enthält.

Aber warum ist das Thema psychische Gesundheit und der Umgang der Gesellschaft und der Politik damit gerade für Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, so wichtig? Viele Betroffene leiden unter PTBS. Das Trauma Hilfe Zentrum München schreibt dazu auf Instagram: „Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) tritt als eine verzögerte Reaktion auf ein Ereignis ein, welches mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß einherging und bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Die typischen Merkmale der PTBS sind das wiederholte Wiedererleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Intrusionen/Flashbacks), Träumen oder Albträumen sowie ein andauerndes Gefühl von Betäubung oder emotionaler Stumpfheit. Die bisherige Therapie besteht v. a. in Trauma-fokussierter kognitiver Verhaltenstherapie, üblicherweise mit Exposition sowie kognitiver Umstrukturierung. Eine medikamentöse Therapie wird lediglich als Begleitbehandlung empfohlen.“

Setzen wir uns also weiterhin gemeinsam dafür ein, dass das Thema psychische Gesundheit enttabuisiert wird, mehr Aufklärung stattfindet und ausreichend Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen werden.