Aus dem KO-Alltag

#Jahresabschluss
Der Dezember verlief bei uns alles andere als ruhig und besinnlich. Anfang des Monats stand die SpeakUp Night in Leipzig auf dem Programm, zu der Nina als Speakerin eingeladen war und wo sie darüber sprach, wie wichtig es für Betroffene von sexualisierter Gewalt ist, sich jemandem anzuvertrauen, um nicht bis zum Tod allein mit dieser unsagbar großen Bürde durchs Leben zu gehen. Zu dem Thema gab es bereits im letzten Jahr eine sehr erfolgreiche Kampagne mit dem Frauennotruf München, die auch darauf aufmerksam macht, dass die Hälfte der Betroffenen sich nicht traut, über das, was ihnen angetan wurde, zu sprechen.

Der Aufreger des Monats

#WMBoykott
von Paula Kecht
Afghanistan – ein Land, das seit Jahren in den Medien präsent ist und uns auch heute beschäftigt, denn die Zivilbevölkerung leidet massiv unter der Vorherrschaft der Taliban. Im Moment liegt der Fokus ganz besonders auf den afghanischen Frauen. Am 15. August 2021 übernahmen die Taliban erneut die Macht in Afghanistan. Die Taliban entstanden Anfang der 1990er Jahre: Sie waren ein Zusammenschluss von aus Pakistan zurückgekehrten paschtunisch-afghanischen Flüchtlingen und Kriegsveteranen gegen die damals noch bestehende Sowjetunion. Bis heute gelten sie als insbesondere für die afghanische Zivilbevölkerung gefährliche Islamisten und in Afghanistan nehmen die Unruhen kein Ende. Die genaueren Hintergründe könnt ihr auch hier in unserem Artikel vom September 2021 nachlesen, denn bereits damals war das Thema von enormer Relevanz.

Wir sind kein Opfer!

Im Dezember 2022 mit Marcela Z.
TW: Sexualisierte Gewalt/K.-o.-Tropfen
Hallo zusammen, ich bin die Marcela, Anfang 40 und aus der Nähe von München. Vor fünf Jahren war ich dabei, auf Weltreise zu gehen, und eine alte Liebe hat mich zuvor kontaktiert. Ich ging auf ein Treffen ein in der Hoffnung, die Vergangenheit auszusöhnen, doch seine Absicht war es, sich für sie zu rächen. Ich wache auf und weiß nicht, wo. Langsam erkenne ich, dass ich auf dem Bett liege. Ich kann mir das alles nicht erklären, wie kam ich dahin, ich muss das doch gewollt haben, aber wie? Immer wieder die gleiche Frage. Aufgrund der Wirkung der K.-o.-Tropfen bin ich mal sexuell enthemmt, dann wieder bewusstlos, dann wieder müde. Ich versuchte danach die Wirren der Nacht mit ihm aufzuschlüsseln, was zu noch mehr Qual führte.

Aus dem KO-Alltag

#BerlinBerlin
Zumindest unsere Vorstandsvorsitzende verbrachte diesen Monat deutlich mehr Zeit in Berlin als in München. Es gab dort aber auch eine Reihe an Terminen, die wir unter gar keinen Umständen verpassen wollten. Fangen wir gleich mal beim aktuellsten an: Vorgestern war Nina als Sachverständige beim Fachgespräch „Nein heißt Nein in der Praxis“ Evaluation der Sexualstrafrechtsreform von 2016, zu dem sie von der AG Recht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eingeladen wurden. Die Veranstaltung lief recht gut und Nina konnte viele sehr deutliche Punkte aufzeigen, die derzeit gravierend schieflaufen, und dem Publikum, den anderen Expert*innen und den Politiker*innen ein Bild von der oft sehr brutale Lebensrealität von Betroffenen vermitteln. Bleibt zu hoffen, dass sich vor allem die anwesenden Politiker*innen die Worte zu Herzen nehmen und dies der Startschuss für viele positive Veränderungen ist.

Der Aufreger des Monats

#WMBoykott
von Paula Kecht
Heimlich Fußball schauen? Bis vor ein paar Jahren klang dieser Satz wie aus einer Dystopie – heute verwundert er niemanden mehr. Ja, die Weltmeisterschaft 2022 in Katar… Schön langsam kann das Thema keiner mehr hören. Überall wird diskutiert: im Netz, im privaten Umfeld, selbst im Supermarkt an der Kasse hört man die Menschen drüber reden. Jedoch sollten wir, auch wenn uns das Thema bereits zu den Ohren raushängt, nicht aufhören, darüber zu reden, zu berichten und uns zu informieren. Viele stellen sich die Frage, ob es moralisch vertretbar ist, die WM anzuschauen. Die Einschaltquoten sprechen für sich...

Wir sind kein Opfer!

Im November 2022 mit Carina L.
Hey ihr Lieben, ich heiße Carina, bin 33 Jahre alt und wohne in Dortmund. An erster Stelle möchte ich mich bei KO e.V. bedanken. Danke, dass ihr uns Betroffenen eine Stimme verleiht. Danke für das Organisieren des Community-Wochenendes – jetzt fühle ich mich nicht mehr allein. Durch die Verdrängung der sexualisierten Gewalt wurde ein Großteil meiner Kindheit verdrängt. Mir eröffneten sich viele Fragen: Hab ich mich damals jemandem anvertraut? Warum ich? Wieso hat mir niemand geholfen? Bin ich die einzige aus meiner Familie? Fragen, die teilweise bis heute unbeantwortet blieben, aber ich versuche im Hier und Jetzt zu leben und die Balance zwischen Leben und Aufarbeitung zu halten.

Aktuelles aus Deutschland und der Welt

#WorldMentalHealthDay
Am 10. Oktober 2022 war der Welttag für psychische Gesundheit, hauptsächlich bekannt unter dem englischen Namen „World Mental Health Day“. Seit 1992 findet der Tag, der vom Weltverband für psychische Gesundheit (WFMH) zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen, jährlich statt. Das Ziel ist es, über psychische Krankheiten zu informieren, das Bewusstsein für psychische Gesundheitsprobleme weltweit zu schärfen und die psychische Gesundheit zu fördern.

Aus dem KO-Alltag

#Drehtage
Wie auch schon im September standen auch diesen Monat wieder Dreharbeiten an. Dieses Mal war aber nicht nur unsere Vorstandsvorsitzende Nina an dem Dreh für ein ZDF-Format beteiligt, das voraussichtlich erst nächstes Jahr ausgestrahlt wird, sondern auch unsere Aufsichtsrätin Alice und unser Vereinsmitglied Natalia. Alle drei waren sehr begeistert von der Zusammenarbeit mit dem einfühlsamen und freundlichen Film-Team.

Der Aufreger des Monats

#NextLevelFrauenfeindlichkeit
Das hat diesen Monat die AfD Sachsen geschafft und unseren Blutdruck mit dem Instagram-Post, den ihr auf dem Foto sehen könnt, auf mindestens 260 hochgetrieben. Dort sind zwei Arten von Frauen abgebildet, einmal die Moderne „befreite“ Feministinnen und ihr gegenüber die traditionelle Frau. Erstere wird wir folge beschrieben: „Tonnen von Make-Up wegen ihres geringen Selbstbewusstseins; Häufig wechselnde Beziehungen; arbeitet im Mindestlohn – weil niemand ihren Genderabschluss braucht; Schlechter Lebenswandel, ungepflegt; Schon die dritte Abtreibung mit 22 und stolz darauf...