Stand der Dinge im Mai 2026

Aus dem KO-Alltag

#StrukturelleVeränderung

Der Mai stand bei KO e.V. ganz im Zeichen von Veränderung, Sichtbarkeit und neuen Entwicklungen. Besonders die diesjährige Jahresmitgliederversammlung war für unseren Verein ein wichtiger Moment: Mit den Neuwahlen von Vorstand und Aufsichtsrat beginnt für KO ein neues Kapitel.

Außerdem durften wir in den vergangenen Wochen erleben, wie stark das öffentliche Interesse am Thema K.-o.-Tropfen aktuell ist und wie wichtig es dabei bleibt, Betroffenenperspektiven sichtbar zu machen und diese in den Fokus zu setzen.

Hier kommen unsere Updates für euch.

Jahresmitgliederversammlung & Neuwahlen

Am 19. Mai fand unsere diesjährige virtuelle Jahresmitgliederversammlung statt. Neben dem gemeinsamen Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr standen auch die Neuwahlen von Vorstand und Aufsichtsrat an.

Wir freuen uns sehr, dass sich weiterhin engagierte Menschen mit Herzblut für die Arbeit von KO e.V. einsetzen und den Verein aktiv mitgestalten.

In den kommenden Monaten möchten wir euch unser Team gerne etwas näher vorstellen. 

Den Anfang macht unsere stellvertretende Vorstandsvorsitzende Nadine:

Ich setze mich mit großem Engagement für die Rechte, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen ein. Ein besonderes Anliegen ist für mich die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention sowie der Schutz und die Unterstützung von Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt.

Als selbst Betroffene sexualisierter Gewalt ist es mir wichtig, anderen Betroffenen eine Stimme zu geben, auf Missstände aufmerksam zu machen und mich für mehr Sensibilität, Schutz und gesellschaftliche Veränderung einzusetzen. Als neues Vorstandsmitglied von KO e.V. freue ich mich darauf, meine beruflichen Erfahrungen und mein persönliches Engagement in die Vereinsarbeit einzubringen und gemeinsam positive Impulse für unsere Gemeinschaft zu schaffen.

Mehr über unseren Vorstand, Aufsichtsrat und das sonstige Team findet ihr auf unserer Webseite.

Abschiede aus dem Team – Danke für eure wichtige Arbeit

Mit der diesjährigen JMV verabschieden wir uns auch von mehreren Menschen, die KO in den vergangenen Jahren mit aufgebaut und begleitet haben.

Danke liebe Teresa Grundei für deine wertvolle Arbeit im Vorstand, deine Zeit, deine Kraft und dein großes Engagement für den Verein.

Ebenso möchten wir uns von Herzen bei Isabel Henschen und Regina Bies für ihre Tätigkeit im Aufsichtsrat bedanken. Danke für eure Unterstützung, eure Perspektiven und eure Begleitung in wichtigen Entwicklungsphasen von KO e.V..

Wir wünschen euch von Herzen alles Gute für euren weiteren Weg. 💜

Großes Medieninteresse rund um geplante Gesetzesänderung zu K.o.-Tropfen

Die geplante Gesetzesänderung zur härteren Bestrafung bei Vergewaltigungen unter Einsatz von K.o.-Tropfen hat in den vergangenen Wochen für große mediale Aufmerksamkeit gesorgt.

In diesem Zusammenhang erreichten uns zahlreiche Interview- und Presseanfragen, unter anderem vom ZDF heute journal, Pro7/SAT1 sowie dem ARD Hauptstadtstudio.

Besonders wichtig war uns dabei, die Perspektive von Betroffenen sichtbar zu machen und deutlich zu benennen: Höhere Strafmaße allein reichen nicht aus, solange es kaum Verurteilungen gibt und grundlegende Strukturen fehlen.

Unsere Forderungen bleiben deshalb unter anderem:

  • flächendeckende und gerichtsfeste Spurensicherung
  • bessere Prävention und Aufklärung
  • traumasensible Schulungen bei Polizei und Justiz
  • niedrigschwellige Unterstützung für Betroffene

Unser Statement dazu könnt ihr in unserem Post auf Instagram nachlesen.

Hier sind außerdem ein paar Artikel, in denen über die geplante Gesetzesänderung berichtet und unsere Vorstandsvorsitzende Nina zu diesem Thema zitiert wird:

Vortrag von Nina an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg

Am 27. Mai sprach unsere Vorstandsvorsitzende Nina im Seminar „Umgang mit sexualisierter Gewalt – gesellschaftspolitische Ansätze und Advocacy“ an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg.

Der Vortrag trug den Titel:
„Erfahrungen mit Medien als Betroffene sexualisierter Gewalt und Forderungen an Medienschaffende“.

Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie Medien über sexualisierte Gewalt berichten, welche Verantwortung Journalist*innen tragen und welche Auswirkungen Berichterstattung auf Betroffene haben kann.

Wir freuen uns sehr über die Einladung und darüber, dass Betroffenenperspektiven zunehmend auch in Hochschulen und Bildungsräumen Platz finden.

Veranstaltungshinweis: Zwei Fälle, ein System

Außerdem möchten wir euch auf eine besondere Veranstaltung im Habibi Kiosk (Teil der Münchner Kammerspiele) aufmerksam machen:

Am 6. Juni sprechen die Autorin Anne Jelena Schulte, unsere Vorstandsvorsitzende Nina Fuchs sowie die Jurastudentin Konstantina Raptis von der Feminist Law Clinic gemeinsam über sexualisierte Gewalt, strukturelle Probleme im Justizsystem und die Frage, wie Betroffene Öffentlichkeit herstellen können.

Ausgangspunkt des Gesprächs sind zwei konkrete Fälle und die Erfahrung, dass sexualisierte Gewalt nie nur individuell ist, sondern eng mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und patriarchalen Strukturen verbunden bleibt.

Anne Jelena Schulte spricht dabei erstmals öffentlich über ihren eigenen Fall, den sie im Theaterstück „the truest true crime“ verarbeitet hat, das im Dezember an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt wird.

Gemeinsam diskutieren die drei Speakerinnen unter anderem:

  • welche Hürden Betroffene im Rechtssystem erleben
  • warum Solidarität und Sichtbarkeit so wichtig sind
  • wie mediale Ausbeutung von Betroffenen-Geschichten funktioniert
  • und weshalb strukturelle Veränderungen oft so schwer durchsetzbar sind

Ein Abend über Gewalt und Recht, über Sprache, Öffentlichkeit und widerständiges Handeln.

Wir freuen uns sehr auf diesen wichtigen Austausch. Der Eintritt ist kostenfrei.

Mehr Infos findet ihr hier.

laut.jetzt – ein digitaler Raum für mehr Sichtbarkeit

In den letzten Wochen haben wir außerdem mit Ly gesprochen, der Entwicklerin von laut.jetzt.

Die Plattform schafft digitale Räume für Sichtbarkeit für Betroffene von Gewalt. Im Mittelpunkt stehen Empowerment und die Möglichkeit, sich mit den eigenen Erfahrungen nicht allein zu fühlen.

Das Interview könnt ihr auf unserem Instagram-Kanal als Reel ansehen oder hier nachlesen:

KO: Warum hast du laut.jetzt entwickelt?

Ly: Ich habe laut.jetzt entwickelt, weil ich zeigen wollte, dass Gewalt für viele Frauen* und FLINTA* alltägliche Realität ist und kein Einzelfall. Ich glaube, die visuelle Form einer Karte ist dabei etwas, was jeder sofort verstehen kann. Jeder Punkt ist ein Mensch und eine echte Erfahrung. Viele Vorfälle werden niemals angezeigt oder statistisch aufgenommen. Und ich glaube, mit der Plattform können wir die Dunkelziffer endlich etwas ergänzen.

KO: Was ist dein bisheriges Resümee seit dem Start?

Ly: Mein bisheriges Resümee ist vor allem, wie groß der Bedarf danach ist, die eigenen Erfahrungen endlich sichtbar machen zu können. Seit dem Start von laut.jetzt wurden über 2.400 Vorfälle eingetragen. Dabei melden Menschen nicht nur Vorfälle, die aktuell sind, sondern teilweise auch Jahre oder Jahrzehnte zurückliegen und über die sie eventuell niemals gesprochen haben. Das zeigt für mich auch, wie viel Gewalt letztendlich leider immer noch unsichtbar bleibt.

KO: Was sollen die Menschen davon mitnehmen?

Ly: Ich hoffe, dass Menschen durch laut.jetzt besser verstehen, wie häufig Gewalt in unserem Alltag eigentlich vorkommt und dass es hier Handlungsbedarf gibt. Und für die betroffenen Menschen hoffe ich, dass sie merken, dass das, was ihnen passiert ist, nicht okay war und dass sie damit nicht allein sind. Sichtbarkeit bedeutet nicht nur, etwas zu zeigen, sondern auch, gesellschaftliche Realität ernst zu nehmen. Nur dann können wir langfristig wirklich etwas ändern.

Danke, dass ihr unsere Arbeit begleitet, unterstützt und mit uns weitertragt.
Eure Offenheit, euer Interesse und eure Solidarität machen unsere Arbeit möglich und sichtbar.

Wir bleiben im Austausch mit euch.

Bis bald
Euer KO-Team 💜