#GemeinsamVerantwortungÜbernehmen
Ob bei Veranstaltungen, in neuen Projekten oder auf der Straße: Immer wieder ging es um die Frage, was wir als Gesellschaft tun können, damit sexualisierte Gewalt nicht unsichtbar bleibt und damit Verantwortung nicht bei Betroffenen, sondern dort liegt, wo sie hingehört.
Vorträge bei „Was ich anhatte…“ in Augsburg
Im September war unsere Vorstandsvorsitzende Nina für zwei Vorträge im Rahmen der Ausstellung „Was ich anhatte…“ in Augsburg zu Gast.
In ihren Vorträgen sprach sie über Victim Blaming, sexualisierte Gewalt und K.o.-Tropfen: darüber, welche Mythen sich hartnäckig halten, wie schnell Verantwortung bei Betroffenen gesucht wird und warum wir einen gesellschaftlichen Perspektivwechsel brauchen.
Denn die Frage „Was hattest du an?“ erzählt nichts über die Verantwortung für eine Tat. Sie verschiebt sie lediglich – weg von der Tatperson und hin zu der Person, die Gewalt erlebt hat.
Gerade deshalb sind Räume für Aufklärung und Austausch so wichtig: um Mythen zu hinterfragen, Betroffene ernst zu nehmen und gemeinsam darüber zu sprechen, wie Prävention und Unterstützung aussehen können.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen: Male Allyship in München
Wie können Männer* aktiv Verantwortung für Geschlechtergerechtigkeit übernehmen und sich gegen patriarchale Strukturen und Gewalt einsetzen?
Genau darum geht es bei der Veranstaltung „Der Preis des Patriarchats – Männer übernehmen Verantwortung“ am 27. Oktober 2026 in München.
Mit einem Vortrag und anschließender Diskussion gibt der Publizist und Männerberater Boris von Heesen Impulse zu traditionellen Männlichkeitsbildern, Geschlechterrollen und der Frage, welche Verantwortung Männer* für Veränderung übernehmen können.
Im Anschluss soll ein Male-Allyship-Netzwerk für München gegründet werden. Das Netzwerk möchte Menschen und Organisationen aus Zivilgesellschaft, Fachpraxis, Verwaltung, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und weiteren Bereichen miteinander verbinden und einen Raum für Austausch, Lernen und gemeinsames Handeln schaffen.
Datum: 27. Oktober 2026, 18–20 Uhr
Ort: Evangelische Familien-Bildungsstätte „Elly Heuss-Knapp“
Herzog-Wilhelm-Str. 24/I, 80331 München
Eintritt kostenlos
Die Veranstaltung wird von DIVERSIKAT e.V. und dem Netzwerk Väterarbeit München e.V. veranstaltet.
Anmeldung: https://eveeno.com/162026357
Kontakt: info@diversikat.de
Für M. – damit Schweigen endet und Sicherheit entsteht
Unsere Vorstandsvorsitzende Nina Fuchs arbeitet außerdem an einem neuen Projekt: Für M.
Für M. ist eine Wanderausstellung zu sexualisierter Gewalt, K.O.-Tropfen und Konsens, die ab Februar 2027 buchbar sein und ab 2027 durch Deutschland reisen wird. Sie richtet sich unter anderem an Schulen ab 16 Jahren, Hochschulen, Kommunen, gemeinnützige Träger, Unternehmen, Polizei und Justiz.
Die Ausstellung verbindet Aufklärung mit konkreten Handlungsmöglichkeiten und führt durch acht Stationen – von Mythen und Victim Blaming über Zahlen und Fakten, digitale sexualisierte Gewalt und K.O.-Tropfen bis hin zu Konsens, Trauma, Heilung und der Frage: Was kann ich tun?
Besonders wichtig: Die Ausstellung ist so gestaltet, dass Besucher*innen selbst entscheiden können, wie tief sie in die Inhalte einsteigen. Triggerwarnungen, ein Rückzugsraum, Untertitel, Transkripte und Einfache Sprache gehören zum Konzept.
Kein Opfer e.V. ist dabei nicht Träger der Ausstellung, sondern Kooperationspartner an der Station „Trauma und Heilung“.
Wir freuen uns sehr, dieses Projekt begleiten zu dürfen und sind gespannt auf alles, was daraus entsteht.
Mehr Informationen: www.fuer-m.de
Unser Aufsichtsrat stellt sich vor: Saloua Mohammed
Diesen Monat möchten wir euch außerdem ein weiteres Mitglied unseres Aufsichtsrats vorstellen:
Saloua Mohammed
Sie ist Professorin für Rassismuskritik und Empowerment und bringt einen Hintergrund in Sozialer Arbeit und politischer Bildungsarbeit mit.
In verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit hat sie unter anderem mit Betroffenen sexualisierter Gewalt gearbeitet. Ihr ist es ein wichtiges Anliegen, die Rechte von Betroffenen zu stärken, ihnen eine Stimme zu geben und dazu beizutragen, dass sexualisierte Gewalt die gesellschaftliche Aufmerksamkeit erhält, die dieses Thema dringend braucht.
Wir freuen uns sehr, dass sie ihr Wissen, ihre Perspektiven und ihre Erfahrung in unseren Aufsichtsrat einbringt und unser Engagement auf diesem Weg unterstützt.
Herzlich willkommen, Saloua!
Gemeinsam laut in Berlin
Am 30. September fand vor dem Kriminalgericht Berlin-Moabit eine Kundgebung von Keine Show für Täter statt. Anlass war ein laufender Prozess wegen sexualisierter Gewalt unter dem Einfluss von K.o.-Tropfen.
Wir konnten selbst nicht vor Ort sein, aber ein Statement unseres Vereins wurde bei der Kundgebung vorgelesen.
Darin haben wir uns vor allem an die Betroffenen gewandt: Ihr tragt keine Schuld an dem, was passiert ist. Die Verantwortung liegt bei der Tatperson.
Wir haben außerdem darauf aufmerksam gemacht, dass K.o.-Tropfen nicht nur im Nachtleben eingesetzt werden. Sexualisierte Gewalt unter dem Einfluss von K.o.-Tropfen kann auch im privaten Umfeld stattfinden – durch Menschen, die Betroffene kennen und denen sie vertrauen. Das tatsächliche Ausmaß bleibt dabei im Dunkelfeld.
Für uns ist deshalb entscheidend, dass Betroffene Zugang zu schneller, kostenloser toxikologischer Untersuchung und vertraulicher Spurensicherung bekommen; auch ohne sofortige Anzeige. Gleichzeitig braucht es Polizei, Justiz und medizinisches Personal, die entsprechend geschult sind und Betroffene ernst nehmen, auch wenn Erinnerungen fehlen.
Wir setzen uns seit unserer Gründung für „Nur Ja heißt Ja“ ein. Für uns gehört zu einem wirksamen Schutz vor sexualisierter Gewalt auch ein Verständnis von Konsens, das freiwillige Zustimmung in den Mittelpunkt stellt.
Danke an Keine Show für Täter und alle anderen Organisationen, die diese Kundgebung möglich gemacht haben. Und danke an alle, die vor Ort waren und sichtbar gemacht haben: Betroffene sind nicht allein.
Dieser Monat hat uns wieder gezeigt: Veränderung entsteht nicht von allein.
Sie entsteht, wenn Menschen zuhören. Wenn wir Verantwortung übernehmen. Wenn wir Betroffenen glauben und ihre Perspektiven ernst nehmen. Wenn wir Strukturen hinterfragen und gemeinsam neue Wege entwickeln.
Wir bleiben laut. Gemeinsam.
Euer Team von
KO – Kein Opfer e.V.
