#JetztErstRecht
Der Juli endet für uns mit gemischten Gefühlen. Einerseits blicken wir voller Vorfreude auf unser KO-Community-Wochenende im August und auf viele Begegnungen, die uns Kraft geben. Andererseits erschüttert uns der Anschlag auf den Berliner CSD zutiefst. Gerade in Zeiten, in denen Hass und Gewalt sichtbar werden, zeigt sich, wie wichtig Solidarität, sichere Räume und eine laute Zivilgesellschaft sind.
Umso mehr gilt für uns: Wir machen weiter. Mit Aufklärung, Prävention und politischem Engagement. Gemeinsam. Jetzt erst recht.
Unsere Gedanken nach dem Anschlag auf den Berliner CSD
Die Erschütterung über den Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day hält an. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, ihren Angehörigen und allen Menschen, die dieses Ereignis miterleben mussten und auch bei denjenigen, die sich deshalb weniger sicher fühlen.
Pride bedeutet Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und das Recht, ohne Angst leben zu können. Wenn Menschen wegen ihrer Identität oder ihrer Solidarität mit der queeren Community angegriffen werden, betrifft das uns alle.
Als Verein, der sich gegen sexualisierte Gewalt engagiert und intersektional arbeitet, stehen wir solidarisch an der Seite der LGBTQIA*-Community. Gewalt kennt viele Formen – und sie trifft besonders häufig Menschen, die ohnehin Diskriminierung erfahren. Umso wichtiger ist es, gemeinsam Haltung zu zeigen und Räume zu schaffen, in denen alle sicher sein können und dass wir uns Extremismus entschieden entgegenstellen.
Ja heißt Ja: Ein wichtiger Schritt – jetzt muss die Bundesregierung handeln
Ende Juli hat der Bundesrat beschlossen, sich für die Einführung einer „Ja heißt Ja“-Regelung im Sexualstrafrecht auszusprechen. Das begrüßen wir ausdrücklich.
Denn bislang gilt in Deutschland zwar das Prinzip „Nein heißt Nein“, doch Menschen, die aufgrund einer Schockstarre oder Traumareaktion kein “Nein” äußern können, werden rechtlich noch immer nicht ausreichend geschützt.
Eine „Ja heißt Ja“-Regelung stellt klar, dass sexuelle Handlungen auf einer freiwilligen und erkennbaren Zustimmung aller Beteiligten beruhen müssen. Sie stärkt damit das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und trägt der Realität traumatischer Reaktionen wie der Schockstarre besser Rechnung.
Dass sich der Bundesrat nun klar positioniert hat, zeigt: Politischer Druck wirkt. Gleichzeitig ist klar, dass dieser Beschluss allein noch nichts am Gesetz ändert. Nun ist die Bundesregierung am Zug.
Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass dieser wichtige Schritt endlich umgesetzt wird. Danke, dass ihr uns auf diesem Weg begleitet und mit uns weiter laut bleibt.
Lest hier das Statement unserer Vorstandsvorsitzenden Nina.
Disability Pride Month: Behinderung mitdenken heißt Gewaltschutz mitdenken
Im Juli war Disability Pride Month – ein Monat, der Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und die Rechte von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt stellt.
Menschen mit Behinderungen sind deutlich häufiger von sexualisierter Gewalt betroffen als Menschen ohne Behinderung. Gleichzeitig stoßen sie oft auf zusätzliche Barrieren beim Zugang zu Unterstützung, Schutz und Gerechtigkeit.
Worüber ebenfalls viel zu selten gesprochen wird: Sexualisierte Gewalt kann selbst langfristige gesundheitliche Folgen haben. Traumafolgestörungen oder andere psychische Erkrankungen können zu unsichtbaren Behinderungen werden und den Alltag dauerhaft beeinflussen.
Deshalb ist es uns wichtig, Intersektionalität mitzudenken und darauf aufmerksam zu machen, dass Prävention, Hilfesysteme und Justiz für alle Menschen zugänglich sein müssen.
Mehr dazu könnt ihr auch in unserem Post auf Instagram nachlesen.
Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung
Am Donnerstag, den 27. August 2026, findet von 19:00 bis ca. 19:15 Uhr unsere außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Die Versammlung wird online per Zoom durchgeführt.
Grund für die außerordentliche Mitgliederversammlung sind notwendige Anpassungen unserer Vereinssatzung. Im Rahmen der Prüfung unserer Unterlagen hat das Finanzamt einzelne Änderungen angeregt, die wir nun gemeinsam beschließen möchten.
Alle Mitglieder haben die Einladung mit den Unterlagen bereits per E-Mail erhalten. Bitte meldet euch bis Montag, den 24. August 2026, unter info@ko-ev.de an. Die Zugangsdaten zur Zoom-Konferenz werden euch anschließend kurz vor der Versammlung per E-Mail zugesendet.
Wir freuen uns auf eure Teilnahme und bedanken uns schon jetzt für eure Unterstützung!
Unser Team stellt sich vor: Dr. Lela Grießbach
Auch in diesem Monat möchten wir euch ein neues Mitglied unseres Aufsichtsrats vorstellen. Heute: Dr. Lela Grießbach.
Lela ist Unternehmensberaterin, Diversity- und interkulturelle Trainerin, Hochschuldozentin und TEDx-Speakerin. Als zugewanderte Frau, soziale Aufsteigerin und Mutter bringt sie eine intersektionale Perspektive in ihre Arbeit ein.
Um insbesondere zugewanderte und migrantische Frauen zu stärken, hat sie ein gemeinnütziges Karrierenetzwerk mitgegründet, das sie ehrenamtlich als Vorständin leitet. In ihrem TEDx-Talk spricht sie offen über ihren Weg von Kinderarmut in Georgien bis zur promovierten Wirtschaftswissenschaftlerin in Deutschland – und darüber, wie viel Mut, Ausdauer und Kraft dieser Weg erfordert hat.
Lela ist überzeugt: „You can’t be what you can’t see.“ Deshalb setzt sie sich dafür ein, anderen Menschen Mut zu machen, Vorbilder sichtbar zu machen und Räume zu schaffen, in denen Menschen ihr Potenzial entfalten können.
Wir freuen uns sehr, dass Lela ihre interdisziplinäre Expertise und ihre vielfältigen Erfahrungen künftig in unseren Aufsichtsrat einbringt. Gemeinsam möchten wir den Verein strategisch weiterentwickeln, Betroffene stärken und uns für mehr Aufklärung, Prävention und gesellschaftlichen Wandel einsetzen. 💜
Fortbildung für das Orga-Team unseres Community-Wochenende
Damit unser KO-Community-Wochenende ein möglichst sicherer und diskriminierungssensibler Raum bleibt, hat unser Organisationsteam im Juli an einer Fortbildung des queeren Bildungskollektivs radikal_jüdisch teilgenommen.
Im Mittelpunkt standen Themen wie Alltagsantisemitismus, jüdische Pluralität sowie die Reflexion eigener Perspektiven und Verantwortlichkeiten.
Gerade für uns als Verein ist kontinuierliche Weiterbildung ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Awareness bedeutet, unterschiedliche Diskriminierungsformen mitzudenken und Schutzräume aktiv zu gestalten. Deshalb bedanken wir uns herzlich bei radikal_jüdisch für die wertvollen Impulse und den offenen Austausch.
Bald ist es so weit: Das KO-Community-Wochenende steht vor der Tür
In wenigen Wochen ist es endlich soweit: Vom 20. bis 23. August findet unser diesjähriges KO-Community-Wochenende statt.
Wir freuen uns auf vier Tage voller Begegnungen, Austausch, gemeinsamer Workshops und Zeit füreinander. Das Wochenende bietet einen geschützten Raum für Betroffene, um sich zu vernetzen, Kraft zu schöpfen und Gemeinschaft zu erleben.
Hinter den Kulissen laufen die letzten Vorbereitungen bereits auf Hochtouren – und wir können es kaum erwarten, viele von euch bald persönlich wiederzusehen.
Bis dahin wünschen wir euch einen guten Start in den August und freuen uns auf alles, was vor uns liegt. 💜
